Zurück in die Freiheit

Gesunde Orang-Utans, die selbständig im Wald überleben können, werden am Rande des Bukit-Tigapuluh Nationalparks freigelassen. Um den Erfolg zu sichern, werden die ausgewilderten Orang-Utans noch eine Weile überwacht.

Ist ein Orang-Utan bereit für die Freiheit, wird er narkotisiert und an einen vorher bestimmten Ort am Rande des Bukit Tigapuluh Nationalparks gebracht. Der genaue Ort wird dabei dem Charakter des betreffenden Orang-Utans entsprechend ausgewählt. Zum Beispiel wird ein sehr soziales Tier an einen Ort gebracht von dem wir wissen, dass dort noch andere Orang-Utans leben. Ein eher gefährliches, aggressives Tier wird weiter weg vom Zentrum, tief im Wald ausgewildert. Um einen Orang-Utan in seiner Transportkiste abwechslungsweise durch den dichten Wald zu tragen, braucht es bis zu 10 Personen. Die Kiste wird dann am besagten Ort in der Nähe eines Baumes mit reifen Früchten abgestellt und die Tür geöffnet. Nach ihrer Freilassung folgen wir den Orang-Utans von der Morgen- bis zur Abenddämmerung und beobachten ihr Verhalten, ihr Streifgebiet, welche Bäume sie wie nutzen, was und wie viel sie fressen, ihre Aktivitäten und sozialen Interaktionen. Die Daten werden anschliessend mit Daten von wilden Orang-Utans und anderen Auswilderungskandidaten verglichen. So können die Fortschritte jedes Tieres nachverfolgt werden. Diese Art der Forschung und des Monitorings ist grundlegend, um den Erfolg der Auswilderung nachzuweisen und um die Vorgehensweise – wo nötig – anpassen zu können.

Der Standort für das Wiederansiedlungszentrum wurde sehr sorgfältig ausgewählt. Mit ausführlichen Feld- und Machbarkeitssstudien verglich Dr. Peter Pratje verschiedene mögliche Standorte, wobei der Bukit-Tigapuluh-Nationalpark mit Abstand am besten abschnitt. Der Park selbst umfasst eine Fläche von 130'000 Hektaren Tieflandregenwald und ist damit das grösste Tieflandregenwald-Schutzgebiet von Sumatra. Die höchste Erhebung reicht nur bis auf 700 Meter über Meer. Das Gebiet ist also zu 100 Prozent für den Orang-Utan geeigneter Lebensraum. Das Nahrungsangebot ist vergleichbar, wenn nicht sogar besser, als rund um die weltbekannte Forschungsstation in Ketambe, wo man eine Dichte von 5 Orang-Utans pro Quadratkilometer nachgewiesen hat. Zudem sprach auch für diesen Standort, dass es im Gebiet schon lange keine wildlebende Orang-Utan-Population mehr gab. Die letzten Nachweise von Orang-Utans in der Provinz Jambi stammten von Holländern aus dem Jahre 1830. Aus den Studien ging schiesslich eindeutig hervor, dass die Wälder von Bukit Tigapuluh idealen Lebensraum für den Orang-Utan bieten und sich sehr gut für die Wiederansiedlung eignen. 


Orang-Utan Patenschaft

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Training im Affencamp

Die Reportage vom Deutschlandfunk gibt Einblick in die tägliche Arbeit von Peter Pratje auf der Auswilderungsstation.

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